Die Entstehung des Grambower Moors

Das Grambower Moor liegt im Zentrum einer ursprünglich abflusslosen Senke im Rückland der Frankfurter Eisrandlage. Nach dem Abschmelzen des Eises entstand hier ein überwiegend flacher See, der in der frühen Wärmezeit bereits verlandet war. Vor etwa 7.000 Jahren setzte das Wachstum eines Bruchwaldes an dieser Stelle ein. Die Phase der Bewaldung hielt etwa 1.000 Jahre an. Mit dem Ende der Hauptwärmezeit – vor etwa 5.000 Jahren – besiedelten Torfmoostorfe das Moor. Es vollzog sich der Übergang von einem Verlandungsmoor zum Regenmoor. Das Aufwachsen des Regenmoores bewirkte einen Anstau des zulaufenden Mineralbodenwassers, der zur Bildung des Grambower Moorsees, eines typischen Moorrandsees, führte.

Die für das heutige Erscheinungsbild des Grambower Moores entscheidende Nutzung war der Torfabbau, der mit dem Ausbau von Entwässerungsgräben begann. Bis in die 1890er Jahre wurde in großen Mengen Torf für Brennzwecke an die Stadt Schwerin geliefert. Bis zu 200 Arbeiter sollen im Sommer im Moor gearbeitet haben. Vor dem 2. Weltkrieg sollte das Moor als Bombenabwurfplatz für in Görries stationierte Kampfflugzeuge genutzt werden. Um dies zu verhindern, wurden im Jahre 1939 zunächst 313 ha des Moores als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde erneut Torf für Brennzwecke und zunehmend für gärtnerische Zwecke abgebaut.

Am 1. Januar 1994 begannen die Renaturierungsarbeiten durch eine 15 Mitarbeiter starke ABM. Träger der Maßnahme war der Förderverein, der im November 1992 gegründet wurde. Im Dezember 1994 erfolgte die Rechtsetzung von nunmehr 567 ha als Naturschutzgebiet. Der erste Flächenkauf der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V erfolgte für das Grambower Moor. Im Jahre 1995 wurden über 175 ha erworben und gesichert. Im selben Jahr schlossen die Stiftung und der Förderverein eine Vereinbarung zur Pflege und Betreuung der Stiftungsflächen ab. Derzeit befinden sich über 243 ha des Grambower Moores im Eigentum der Stiftung.

Heute ist das Grambower Moor ein Naturschutzgebiet, das zahlreiche seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Insbesondere die Ural-Ameise, die Knäkente mit Jungen, die Fransenfledermaus und die Hochmoor-Mosaikjungfer zählen zu den besonderen Bewohnern dieses einzigartigen Biotops.